Überwintern in Spanien: Das Sonnenexil im Süden wird immer beliebter

Angesichts der großen Anzahl temporärer wie permanenter deutscher Urlauber und Residenten sprechen böse bzw. satirisch geneigte Zungen von der größten Baleareninsel Mallorca schon mal als „Palmenhausen“ und reklamieren das malerische spanische Eiland im Mittelmeer mehr oder weniger scherzhaft als heimliches 17. Bundesland. Doch auch ohne eine offizielle – und glücklicherweise sehr unwahrscheinliche Annektion – ist „Malle“ mittlerweile zu einer der größten deutschen Gemeinden in Spanien avanciert.

Bier, Brot und Wurst am Strand unter Palmen: Fast alles ganz wie zu Hause

Über 20 000 Deutsche leben bereits dauerhaft oder den größten Teil der hierzulande eher kalten Jahreszeiten Herbst und Winter dort, und haben sich – evtl. vergleichbar mit mancher ausländischen Exilgemeinde in deutschen Großstädten – im Laufe der letzten Jahrzehnte eine sehr umfangreiche Infrastruktur mit deutschsprachigen Zeitungen, Radiosendern und Internetforen, Dienstleistungen aller Art von Altersheimen und Bäckereien über Friseursalons und Metzgereien bis zu gastronomischen Betrieben geschaffen, die einen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung teilweise nicht mehr notwendig macht.

Deutsche auf Mallorca und den Balearen weiterhin die größte Einwanderergruppe

Obwohl es auch anderenorts auf der Iberischen Halbinsel, so vor allem in Andalusien in und um Malaga und Marbella, der Provinz Valencia und auf den Kanarischen Inseln sehr große deutsche Exilgemeinden gibt, sind sowohl deutsche Dauerurlauber als auch Residenten zumindest in vielen Küstengemeinden Mallorcas sehr präsent. Die meisten von ihnen in Inselgemeinden wie z.B. Capdepera, Sant Llorenç, Andratx, Estellencs, Santanyí und Deià mit dem größten deutschen Anteil an der Gesamtbevölkerung sind bereits im Ruhestand oder Rentenalter, jeder dritte dauerhaft auf Mallorca lebende Deutsche ist einer Studie von 2007 zufolge bereits über 60 Jahre alt. Viele, die auch ein Domizil dort erworben haben, vermieten dieses dann durchaus auch als Ferienhaus oder Ferienwohnung, z.B. an Familie, Freunde und Bekannte, während sie selber vielleicht den witterungsbedingt angenehmeren Sommer in Deutschland oder woanders auf der Welt verbringen. Reiseinfos zu Spanien erhält man von solch „alten Hasen“, welche die spanische und katalanische Mittelmeerküste oft sehr gut kennen natürlich mitunter sehr gute.

Ob Resident oder Kurzurlauber, ein paar Spanischkenntnisse wirken Wunder

Wie überall auf der Welt wirkt es manchmal Wunder und öffnet gelegentlich geschlossen geglaubte Türen, wenn man zumindest ein paar Worte oder Sätze in der Landessprache beherrscht, und diese auch trotz evtl. persönlicher Schüchternheit gebraucht. So auch in Spanien, wo dies speziell in sehr touristisch geprägten Regionen zwar nicht unbedingt notwendig ist, aber doch von vielen Einheimischen als Zeichen des Respektes sehr geschätzt wird. Die sprichwörtliche spanische Gasfreundschaft ist traditionell sehr herzlich, weitreichend und tolerant, ausschweifende alkoholische und vor allem sehr lautstarke Exzesse in der Öffentlichkeit, wie sie sich leider allzu oft in vielen Touristenorten regelmäßig abspielen, schätzt man jedoch auch dort nur sehr wenig.

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